Once upon a time we came from a planet. A planet next to your dreams and nightmares. We lived a life full of pure wilderness. We are Nalan381. We want to change. We want to transform between a plastic jungle and an Indie-RnB cosmos to communicate our own music.

Klirrende Trommeln und wobbernde Bässe im Gepäck muss Nik3000 XL auf einem unbekannten Dschungelplaneten notlanden. Eine wildhaarige nackte Amazone klopft auf Baumstämmen und lässt tausendjährigen fremden Urwaldkathedralengesang erklingen.

V e r e i n i g u n g. Es dampft und stampft und hallt und flimmert.

 

Klingt wie:

Sade, Flying Lotus, Grimes, die Zukunft, Dillon, Windows 95, Cranberries, Dr. Dre, asiatisches Essen, Melancholia, Prince, Jim Jarmusch, …

 

Klingt nicht wie:

Migrationshintergrund, Yung Lean and the Sad Boys, indisches Curry, Straight outta Compton, Quentin Tarantino, Knuspermüsli, Three 6 Mafia, Michael Jackson, …

 

true words by Jonas Braun

 

" Romy Schneider formte einst den Prototyp der Swimmingpool-Begeisterten. Und sowohl der Retro-Look des Films von 1969 als auch die Mischung aus Krimi, südfranzösischer Hitze und Sexyness trifft den Kunstakademie-Schick von heute ganz gut. Das Duo Nalan381 passt da gut hinein. Immerhin haben sich die beiden Musiker Nalan Karacagil und Nikolaus Graf an der Münchner Kunsthochschule, „in der Klasse Metzel“, wie sie konkretisieren, kennengelernt. Wenn auch nicht beim Studieren, sondern beim Konzert eines Freundes dort, was aber auch nur zeigt, wie sehr neue Pop-Trends häufiger in Kunstklassen als an Musikhochschulen entstehen.

 

 

Denn hippen Pop, das können die beiden: Im Video zur ersten Single „vision“ paddeln sie mit der gelangweilten Attitüde der permanenten Verfügbarkeit durch einen Swimmingpool, der klassischer nicht aussehen könnte. Und so stark diese Bilder sind, in ihrer Musik schaffen die beiden genau die Mischung aus Verwaschenheit und aktuellen Pop-Trends, die sowohl in kleinen Underground-Läden funktionieren kann als auch – Lana del Rey machte es vor – auf den großen Pop-Bühnen. Sängerin Nalan Karacagil setzt ihre zugänglichen Melodien dabei unaufgeregt auf einen mechanisch-geräuschlastigen Beat. Für die nötige harmonische Unterfütterung sorgen wolkige Synthie-Akkorde. Für die heutzutage nötige Uneindeutigkeit sorgt hingegen eine verhangene Soundästhetik, die viele Assoziationen zulässt, aber nichts zu fies in den Vordergrund drängt: etwa R ’n’ B-Linien, Fiona Apples letzte Field-Recording-Platte, Achtzigerjahre-Pop und die verhallten Stimmen von Warpaint oder Zola Jesus.

Nalan und Nikolaus wissen genau, was sie da tun. So auch, wenn sie für kommendes Jahr ein Album mit dem Titel „Collaboration rules the Nation“ ankündigen. Klar, sie schließen sich aktuellen Pop-Trends an, haben aber genug Attitüde, die Mode immer wieder ins Absurde und Verfremdende zu rücken. Und dieser Mechanismus ist es, der meist die zukünftigen Trends erst schafft."

 

Quelle: Aargauer, Rita: Band der Woche, in: Süddeutsche Zeitung [18.11.2014]